Meine Sinnen

Da ich von Natur aus ein Pflanzenfresser und ein Fluchttier bin, sind meine Sinnesorgane dafür besonders ausgestattet. Mein Tast-, Gesichts- (nur ein kleiner Winkel bleibt unsichtbar!) und Gehörsinn sind besonders hochentwickelt. Ich habe auch ein sehr gutes Erinnerungsvermögen!

Meine Sinnesorgane stellen bei der Wahrnehmung eines Objektes oder eines Vorganges verschiedene Empfindungen her, die sich als Gefühl äußern.

Dies wird besonders deutlich beim Tastsinn, einem der ursprünglichsten Sinne, in dem das Tasten, das Berühren, eine unmittelbare Qualität der Wahrnehmung ist. Das Hören ist eine Wahrnehmung von Schallwellen, das Sehen ist eine Wahrnehmung von Lichtreflexen, das Schmecken und Riechen ist eine Wahrnehmung von Duft- und Aromastoffen, das Fühlen ist die materiellele Wahrnehmung von Gegenständen. Aus der primären Wahrnehmung entwickelt sich dann bei mir sekundär eine Bewußtseinsbildung, die das Wahrgenommene in einem konkreten Vorgang umsetzt. So aktiviert der Geruch von frischem Heu z.B. bei mir sofort meinen Trieb zur Nahrungsaufnahme!

  1. Meine Augen

    Ich habe einen wesentlich vergrößerten Gesichtskreis als meine Besitzerin=Mensch! Mein Gesichtskreis gleicht einem Panoramablick. Der Umfang meines Blickfeldes liegt zwischen 340 und 360 Grad. Es gibt lediglich zwei tote Winkel unmittelbar vor und hinter meinen Körper.

    Meine schräg nach vorne gerichtete Augenachse sieht relativ scharf aud die Nähe und die Entfernung und mein gleichzeitiger Rundblick ist eher etwas schwächer. Durch meinen Rundumblick kann ich jeden sehen und immer jede Gefahr einschätzen. Meine vielschichtige Sehweise wird durch meine ovalen Pupillen in ihrem Wirkungsmechanismus zusätlich unterstützt.

    Ich sehe in der Dunkelheit wesentlich besser als meine Besitzerin! In der Dämmerung und bei Nacht kann sie mir ruhig die Führung überlassen: Ich finde heim! Ich sehe jeden Strauch und Stein und springe notfalls über Gräben!

    Meine Augen sind auch sehr lichtempfindlich. Wenn nachts plötzlich jemand das Licht im Stall anschaltet, zwinkere ich mit den Augen und bin geblendet. Wenn ich schreckhaft bin - was bei mir selten vorkommt, weil ich sehr cool bin -, dann kommt es daher, dass ich Dinge sehe, die meine Besitzerin=Mensch! nicht sieht.

    Farben kann ich auch erkennen. Helle Farben wie Gelb und Grün sehe ich besser als Blau und Rot - Rot kommt in der Natur ja auch weniger vor als Grün. Hmm, Gras!

  2. Meine Ohren

    Meine Ohren, d.h. meine Ohrmuscheln kann ich wie Antennenschüsseln nach vorne, zur Seite oder nach hinten stellen. Es ist mir auch möglich, mit der rechten und linken Ohrmuschel verschiedene, ja diametral entgegengesetzte Positionen einzunehmen. Während mein linkes Ohr nach vorne lauscht, kann mein rechtes Ohr registrieren, was hinter mir passiert. Meine Ohrmuscheln sind so beweglich, weil sie von 16 Muskeln gesteuert werden, und sie können sich um 180 Grad drehen. Ich habe nicht so große Ohren! Sie sind relativ klein bei meiner Größe von 172 cm. Sie haben eine trichterförmige Gestalt, was sich lohnt bei dem Empfang von Schallwellen. Mein Ohr ist in der Lage, divergierend und konvergierend zu hören. Dadurch kann ich relativ exakt einen Moment beurteilen.

    Die Stimme meiner Besitzerin ist eine der wirkungsvollsten Hilfen beim Reiten.

    Ich kann auch perspektivisch und plastisch hören, fast wie eine Fledermaus, bei dem das Gehör wie eine Radarstation ist. Außer dem ständigen Peilen mit meinen Ohren, gebe ich manchmal schnaubende oder pfeifende Töne von mir, &uuuml;ber die ich mittels reflektierender Schallwellen zusätzlich über die Umgebung informiert werde und die als Echolotorientierung dienen. Mein Gehör ist so sensibel, dass ich nahende Naturereignisse wahrnehmen kann.

    Ich höre besser als meine Besitzerin. Mein Hörvermögen reicht bis zu zirka 25 000 Hertz. Der jung Mensch vernimmt etwa 20 000 Hertz und der ältere Mensch nur noch 12 000 Hertz.

  3. Meine Nase

    Meiner Besitzerin bin ich in puncto Riechen haushoch überlegen. Ich kann auch relativ weitentfernte Geruchsquellen wahrnehmen. Mein Geruchssinn nimmt eine wichtige Rolle in meinem Wahrnehmungsvermögen ein. Mit Hilfe meines Geruchsempfindens mache ich mir ein Bild über mein Umgebung. Wenn ich jemanden, den ich noch nicht kenne - sei er/sie Mensch oder Pferd - werde ich zuerst einmal grünlich beriechen. Mein Geruchssinn ist nicht nur besonders gut ausgebildet, sondern eher heikel (Gib mir kein Wasser in einem Eimer, wo vorher etwas Seltsames drin war!). Auf Turnieren trinke ich nicht, weil meistens das Wasser eine zu große Geruchsabweichung von meinem Wasser im Stall hat. Basta!

    Vor dem Fressen wird grundsätzlich das vorgelegte Futter berochen. Infolge der großen Fläche der Riechschleimhaut in meiner Nase werde ich im allgemeinen davor bewahrt, verdorbenes Futter zu mir zu nehmen.

    Der Geruch hat bei der Vertrauensbildung zwischen meiner Besitzerin und mir eine nicht zu unterschätzende Rolle gespielt. Ich setze mich zuerst bei Menschen immer mit ihrem Duft auseinander, bevor ich ihnen vertraue.

  4. Mein Mund

    Mein Geschmackssinn ist außerordentlich stark ausgeprägt. Ich muss zwischen genießbaren und ungenießbaren Pflanzen unterscheiden können. Ich meide Giftpflanzen und fresse nichts, was z.B. auf der Weide nicht mehr voll im Saft steht. Was Geschmack anbelangt, kenne ich die vier üblichen Geschmacksrichtungen: bitter, süß, salzig und sauer. Ich fresse Hustenbonbons sehr gerne, oder Pfefferminzbonbons.

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